Wohin geht die Reise bei Arminia?

Das schwache 0:0 gegen Darmstadt 98 wirft viele Fragen auf

Wohin geht die

Reise bei Arminia? - © Arminia
Wohin geht die
Reise bei Arminia? | © Arminia

Bielefeld. Pfiffe zur Halbzeitpause in der Schüco-Arena hatte es schon lange Zeit nicht mehr gegeben. Am Ostersamstag war es wieder einmal der Fall, als 10.081 Zuschauer vor allem die Spieler des DSC Arminia nach einer enttäuschenden ersten Hälfte nicht gerade mit den freundlichsten Tönen zum Nachdenken in die Kabine schickten. Eine Stunde später war die Stimmung auf den Rängen auch nicht viel besser. Ein dürftiges 0:0-Remis war gegen Darmstadt 98 herausgesprungen, das viele Fragen aufwarf.

Bei der ersten Analyse waren sich zumindest alle Beteiligten einig: Das war nichts, was der alte und neue Tabellenzweite gegen die in Abstiegsgefahr steckenden Darmstädter zeigte. "Wir müssen an uns arbeiten", meinte Mannschaftskapitän Thomas Hübner. Mittelfeldspieler Tom Schütz sprach von "einem sehr schlechten Heimspiel", während Trainer Stefan Krämer einen "zu schweren Rucksack" sah, den seine Spieler auf ihre Rücken trugen. "Einige von ihnen waren blockiert und hatten Blei in den Beinen, so dass nur Stückwerk und keine Strukturen zu erkennen waren", übte der DSC-Coach harte Kritik. Seine Ostertage, so schien es, waren gründlich versaut.

Nach dem Schlusspfiff redet Fabian Klos (l.) auf Johannes Rahn ein. Trainer Stefan Krämer (r.) senkt enttäuscht den Kopf. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Nach dem Schlusspfiff redet Fabian Klos (l.) auf Johannes Rahn ein. Trainer Stefan Krämer (r.) senkt enttäuscht den Kopf. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Nicht viel hätte gefehlt und Arminia hätte die erste Niederlage in diesem Jahr kassiert, da die sehr aggressiven Gäste auch die klareren Torchancen erarbeiteten. DSC-Keeper Patrick Platins verhinderte aber mit Glück und Können mögliche Rückstände. Das eigene Bestreben, sich der Strafraumgrenze der Hessen zu nähern, misslang größtenteils. Statt dessen fabrizierten die Gastgeber zu viele Fehlpässe, da ihnen das frühe Stören der Gästespieler überhaupt nicht behagte.

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Arminias sportlicher Leiter Samir Arabi sah "keine elf stressresistenten Spieler" und vertrat somit eine ähnliche Einschätzung wie Krämer, der erstmals von negativen Folgen der aktuellen Drucksituation sprach, aufsteigen zu können. "Wir müssen wieder zielorientierter denken und spielen", lautet Krämers Forderung. "Es zählt nur noch das nächste Spiel. Und das ist Rostock am Samstag", sagt der Trainer.

Arminias sportlicher Leiter Arabi stand auf Kriegsfuß mit dem Unparteiischen. In der Nachspielzeit verweigerte Thomas Stein den Gastgebern einen Foulelfmeter, als Darmstadts Keeper Jan Zimmermann Marc Lorenz umrannte. "Das war ein klarer Elfer", knurrte Arabi. Der Pfiff blieb aber aus.

Arminia steht in diesen Tagen an einem Wendepunkt. Drei Unentschieden aus den letzten vier Spielen sollten eine Warnung sein, dass bis zur Endabrechnung noch deutliche Leistungssteigerungen vonnöten sind, um das große Ziel zu erreichen. "Andererseits", so Krämer, "ist unsere Ausgangsposition immer noch super. Wir haben nichts verspielt, müssen aber befreiter in die restlichen Spiele gehen." Der Bielefelder Fußballlehrer hat mit dieser Aussage zweifelsfrei recht. Die 61 Punkte, die Arminia am 31. Spieltag aufweist, bedeuteten vor einem Jahr für den Tabellendritten Jahn Regensburg bereits die Eintrittskarte nach dem 38. Spieltag für die Relegation zur 2. Bundesliga.

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