Arminias Lotteriespiel ohne Hauptgewinn

Beim 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers rutscht der DSC bei Schneetreiben phasenweise aus

Arminias Lotteriespiel ohne Hauptgewinn - © Arminia
Arminias Lotteriespiel ohne Hauptgewinn | © Arminia

Stuttgart. Die Meinung der Bielefelder Spieler nach dem 1:1 bei den Stuttgarter Kickers war eindeutig. "Das hatte mit Fußball nichts mehr zu tun", meinte Mittelfeldspieler Tom Schütz zum Schneesturm im Gazi-Stadion, der zumindest in der zweiten Halbzeit für irreguläre Verhältnisse sorgte, als der Ball nicht mehr rollte. Mannschaftskapitän Thomas Hübener sah sich in einem "Lotteriespiel, das Kick and Rush vom Feinsten bot."

Arminias Trainer Stefan Krämer wirkte trotz des verfehlten Ziels, mit einem Sieg die Tabellenführung der 3. Liga zu übernehmen, nicht einmal unzufrieden. "Wir befinden uns nicht auf dem hohen Ross, jeden Gegner schlagen zu können", sagte der Fußballlehrer, der schon im Vorfeld eindringlich vor der spielerischen Klasse der Stuttgarter gewarnt hatte.

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Die zuvor in vier Spielen sieglos gebliebenen Schwaben trumpften vor allem im ersten Abschnitt groß auf, als die Spielfläche den Ansprüchen für ein reguläres Drittligaspiel noch entsprach. Technisch der Spitzenmannschaft aus Ostwestfalen deutlich überlegen, fiel der Führungstreffer der Schwaben konsequenterweise zu einem frühen Zeitpunkt. Nach einem Zuspiel des überragenden Jerome Gondorf erzielte Marco Grüttner in der 16. Minute das 1:0.

Spielerische Schmalkost im Schneetreiben

Ab der 25. Minute verstärkten sich die Schneefälle. "Danach war alles nur ein Glücksspiel", meinte Stefan Krämer, der in dieser Phase eine Bielefelder Mannschaft erlebte, die sich "körperlich voll konkurrenzfähig" erwies und mit einer Portion Glück schließlich noch zum 1:1-Ausgleich (56.) kam. Nach einem Foul von Marco Grüttner an Patrick Schönfeld entschied Schiedsrichter Robert Kempter auf Strafstoß. Fabian Klos scheiterte zunächst an Kickers-Torhüter Markus Krauss, den Abpraller drosch der DSC-Stürmer mit seinem 19. Saisontor nervenstark in die Maschen.

Johannes Rahn (l.) trifft den Ball nicht richtig. Julian Leist (m.) wirft sich ihm entgegen. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Johannes Rahn (l.) trifft den Ball nicht richtig. Julian Leist (m.) wirft sich ihm entgegen. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Für Arminias sportlichen Leiter Samir Arabi ist die Kritik an der spielerischen Schmalkost des Aufstiegskandidaten, die seit Wochen zu beobachten ist, nicht von zentraler Bedeutung. "Fußball ist und bleibt ein Ergebnissport. Auf diesem Niveau bewegt sich derzeit Arminia und erzielt die passenden Resultate."

Auch Krämer ist der festen Überzeugung, auf der richtigen Spur zu fahren. "Unsere Ausgangssituation als Tabellenzweiter mit 60 Punkten ist in den verbleibenden acht Begegnungen immer noch sehr gut", meint der Coach, der zudem auf eine lange Erfolgsserie verweist. "Wir sind in diesem Jahr noch ungeschlagen", betont der Trainer, dessen Mannschaft 21 Punkte aus neun Meisterschaftsspielen erkämpfte.

Dass Arminia im Stuttgarter Lotteriespiel ohne Hauptgewinn blieb und den angestrebten Spitzenplatz in der Tabelle verpasste, sollte nicht als sportlicher Rückschlag gewertet werden. Krämer erinnerte an die Osnabrücker Niederlage in der Vorwoche beim abstiegsgefährdeten Klub aus Darmstadt, der am Samstag um 14 Uhr in der Schüco-Arena gastiert. "Wir dürfen nicht großspurig werden", beschreibt der 46-Jährige die aktuelle Situation der 3. Liga aus Sicht seiner Arminen, die im Aufstiegsrennen keinen Boden verloren haben.

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